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FAQ Trauerbegleitung

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Trauerbegleitung?

Trauerbegleitung kann zu jederzeit wertvoll sein, egal ob der Verlust ganz frisch ist oder schon länger zurückliegt. Direkt nach dem Tod geht es oft darum, dich zu stabilisieren und den Alltag neu zu ordnen. Vielleicht fragst du dich: „Wie zahle ich jetzt die Miete?“ oder „Wer kümmert sich um die Kinder?“ Solche grundlegenden Fragen sind völlig normal und wir klären sie gemeinsam.

Wenn der „Lärm“ des ersten Schocks verklungen ist und es im Außen still wird, können die Gefühle im Inneren umso lauter werden. Du merkst plötzlich in jeder Kleinigkeit, dass dein Mensch nicht mehr da ist – beim Kochen, bei Gesprächen und ganz besonders bei all den ersten Malen ohne ihn, wie Geburtstage, Weihnachten und andere Rituale, die ihr gemeinsam gepflegt habt. Diese Zeit ist oft besonders schwer, und wir schauen gemeinsam auf all die vielen Gefühle und Gedanken, die sich zu diesem undefinierbaren Cocktail vermischen.

Zu jedem Zeitpunkt der Trauer kann eine Begleitung Sinn machen. Denk an mich wie an einen Kompass in stürmischen Zeiten. Gemeinsam finden wir heraus, was du gerade brauchst und welche Themen Vorrang haben.

Wie oft und wie lange dauert eine Trauerbegleitung-Sitzung?

Ich biete Pakete von 3, 5 und 8 Stunden an, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass Trauerbegleitung ein Prozess ist, der Zeit braucht. Hast du schon mal erlebt, dass du dich erst nach ein paar Treffen so wirklich öffnen konntest? Genau deswegen sind Pakete oft sinnvoller als Einzelstunden.

Es braucht Zeit, um Vertrauen aufzubauen und wirklich, in deinem Tempo, in die Tiefe zu gehen. In den ersten Sitzungen lernen wir uns kennen, schaffen eine sichere Basis und definieren gemeinsam, was dein genaues Anliegen ist. Eine vertrauensvolle Beziehung ermöglicht es uns, Themen anzusprechen, die in Einzelstunden oft zu kurz kommen.

Jede Sitzung dauert 60 Minuten und wir können uns wöchentlich, zweiwöchentlich oder in einem für dich passenden Rhythmus treffen. So haben wir genug Raum und Zeit, um auf deine individuellen Bedürfnisse einzugehen und die Begleitung ganz auf dich abzustimmen.

Bin ich „traurig genug” für Trauerbegleitung? Gibt es Bedingungen?

Ertappt, wenn du das hier liest, denkst du wahrscheinlich schon darüber nach, ob Trauerbegleitung das Richtige für dich sein könnte. Das allein ist ein starkes Zeichen dafür, dass eine Not da ist. Es gibt keine Voraussetzungen oder Mindestanforderungen für die Trauerbegleitung. Jede Trauer ist einzigartig und verdient Aufmerksamkeit. Deine Trauer ist immer wichtig, unabhängig von ihrer Ursache oder Intensität.

Ich bin fest davon überzeugt, dass niemand allein trauern sollte. Unsere psychische Gesundheit verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie unsere physische. In unserer Gesellschaft ist es vollkommen normal, dass wir uns um unsere Gesundheit kümmern. Wir gehen einmal im Jahr zum Zahnarzt, nehmen morgens unsere Vitamine und suchen bei Rückenschmerzen den Orthopäden auf. Wir erzählen uns von unseren Wehwehchen und berichten über unsere körperlichen „Baustellen“.

Warum sollte das bei unserer Trauer anders sein? Trauer ist kein bloßes Wehwehchen, sondern einer der größten Einschnitte in deinem Leben, der mit tiefem Schmerz und großen Veränderungen einhergeht. Genauso, wie wir unseren Körper pflegen und umsorgen, sollten wir auch unsere Seele hegen. Trauerbegleitung bietet dir die Möglichkeit, deine Gefühle in einem sicheren Raum zu teilen und Unterstützung zu finden. Es ist ein Zeichen von Stärke und Selbstfürsorge, sich die Hilfe zu holen, die man braucht.

Was, wenn es emotional wird? Wie wird darauf reagiert?

Das ist eine ganz normale Sorge. Viele Menschen haben Angst, dass sie in der Trauerbegleitung zu emotional werden und ihre Wunden weiter aufgerissen werden. Aber lass mich dir sagen: Hier ist es vollkommen okay, emotional zu sein. Du musst deine Gefühle nicht kontrollieren – sie dürfen genauso sein, wie sie sind.

In der Trauerbegleitung gehen wir behutsam vor. Wir schaffen einen sicheren Raum, in dem du dich wohl und geschützt fühlst. Du teilst nur so viel, wie du möchtest, und wir gehen Schritt für Schritt gemeinsam. Dein Wohlbefinden steht immer im Mittelpunkt. Wenn es zu viel wird, nehmen wir einfach eine kleine Pause. Es geht darum, dass du dich verstanden und unterstützt fühlst, nicht darum, dich zu überfordern.

Weißt du, wie erleichtert ich bin, wenn bei Menschen Tränen fließen? Tränen sind ein Zeichen dafür, dass die Trauer endlich Raum bekommt. Wenn Trauer nicht gelebt wird, bleibt der Schmerz tief in uns eingeschlossen, wie ein Staudamm, der immer mehr Wasser anstaut. Irgendwann wird der Druck so groß, dass das Wasser sich seinen Weg sucht und mit zerstörerischer Kraft hervorbricht. Ungelebte Trauer kann sich in körperlichen Beschwerden bis hin zu schwerer Krankheit, emotionaler Taubheit oder plötzlichen Ausbrüchen zeigen. Das möchten wir nicht, richtig? Um das zu vermeiden, ist es wichtig, der Trauer Raum zu geben und den Schmerz nach und nach abfließen zu lassen.

Was, wenn mir in der Begleitung die Worte fehlen?

Das ist völlig normal und passiert vielen Menschen. Sprachlosigkeit ist oft ein natürlicher Teil der Trauer. Ein Verlust kann so überwältigend sein, dass einem buchstäblich die Worte fehlen. Du musst nicht immer genau wissen, was du sagen sollst – hier ist es okay, einfach nur da zu sein.

Gemeinsam werden wir Worte finden für all das, wofür es eigentlich gerade keine Worte gibt. Ich gebe dir Impulse und wir erkunden verschiedene Wege, um einen Zugang zu deinen Gefühlen zu finden. Ob durch kreative Ansätze, wie Schreiben oder Zeichnen, oder durch stille Reflexion – wir entdecken gemeinsam den Weg, der für dich passt. Der Raum gehört dir und deinen Emotionen, und zusammen finden wir eine Art, wie du dich mitteilen kannst.

Wie unterscheidet sich die Trauerbegleitung von Therapie?

Trauerbegleitung und Therapie haben unterschiedliche Ansätze und Ziele. In der Trauerbegleitung geht es speziell darum, dich durch deinen Verlust zu begleiten und dir Raum für deine Trauer zu geben. Wir konzentrieren uns auf deine Gefühle, Erinnerungen und den Umgang mit deinem Schmerz. Es geht auch darum, Strategien zu entdecken und zu erarbeiten, wie du deinen Alltag besser bewältigen kannst. Oft sind es ganz praktische, hands-on Tipps und Unterstützung, die dir helfen, kleine Schritte zu machen. Trauerbegleitung ist ein Anker, eine nahbare Begleitung, die dir zur Seite steht, wenn du dich verloren fühlst.

Stell dir vor, du sitzt mit einer guten Freundin bei einer Tasse Tee und redest über das, was dich bewegt. In der Trauerbegleitung gebe ich dir Impulse und wir finden zusammen Wege, wie du deine Trauer ausdrücken und verarbeiten kannst. Es geht nicht um Diagnosen oder intensive psychologische Analysen, sondern darum, dir in dieser schweren Zeit beizustehen und dir Halt zu geben.

Therapie hingegen kann tiefer in verschiedene psychische Themen eintauchen. Wenn du zum Beispiel mit Depressionen oder Angstzuständen kämpfst, kann eine Therapie der richtige Weg sein. Ein Therapeut arbeitet oft mit bestimmten Techniken und Methoden, um psychische Probleme und Krankheitsbilder zu behandeln.

Wird Trauerbegleitung von der Krankenkasse bezahlt?

Trauerbegleitung wird in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Das liegt daran, dass Trauer keine Krankheit ist. Trauer ist aus meiner Perspektive der natürlichste Ausnahmezustand, der jeden von uns irgendwann betrifft. Sie ist ein tief menschlicher Prozess, der uns zeigt, wie wichtig der verlorene Mensch für uns war.

Doch Achtung: Obwohl Trauer keine Krankheit ist, kann sie krank machen, wenn sie nicht gelebt und verarbeitet wird. Wenn Trauer unterdrückt wird, kann sie sich auf verschiedene Weisen zeigen – durch körperliche Beschwerden, emotionale Taubheit oder plötzliche Wutausbrüche. Deshalb ist es so wichtig, ihr Raum zu geben und sich die Unterstützung zu holen, die man braucht.

Trauerbegleitung sollte für jeden zugänglich sein. Wenn du dich in einer finanziellen Notlage befindest, sprich mich bitte an. Es gibt verschiedene Zahlungsmodalitäten, um sicherzustellen, dass du die Unterstützung bekommst, die du benötigst.

Wie werden die Gespräche geführt – persönlich, telefonisch oder online?

Du hast mehrere Möglichkeiten, wie unsere Gespräche stattfinden können:

Persönlich: In meinem Büro in Schlehdorf erwartet dich ein heller, freundlicher Raum, der dir einen Tapetenwechsel bietet. Dieser Raum ist ideal, um eine angenehme Atmosphäre für unsere Gespräche zu schaffen. Ein zusätzlicher Vorteil ist die Möglichkeit, unsere Sitzungen mit einem kleinen Spaziergang am nahegelegenen Kochelsee zu kombinieren. Oft kommt etwas in Bewegung, wenn wir in Bewegung sind. Gerade wenn wir mit praktischen Methoden arbeiten, kann die persönliche Begegnung sehr wertvoll sein.

Online via Zoom: Wenn du dich in deinen eigenen vier Wänden wohler fühlst oder die Anreise nach Schlehdorf schwierig ist, bieten Online-Gespräche via Zoom eine gute Alternative. Die Hemmschwelle ist oft nicht so groß, da du in einem sicheren und vertrauten Raum bist. Zudem bist du flexibel und sparst Zeit, da keine An- und Abreise notwendig ist. So können wir uns auch kurzfristig treffen und du kannst von überall auf der Welt an den Gesprächen teilnehmen.

Nicht telefonisch: Da es wichtig ist, sich in die Augen schauen zu können und die nonverbale Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil unserer Gespräche ist, führe ich keine telefonischen Sitzungen durch.

Egal für welche Option du dich entscheidest, wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und die Umgebung für dich stimmig ist. Wir finden gemeinsam die beste Lösung, die zu deinen Bedürfnissen passt.

Wie vertraulich ist das, was ich in der Trauerbegleitung teile?

Alle Informationen, die du in der Trauerbegleitung teilst, sind absolut vertraulich und haben für mich oberste Priorität. Dein Vertrauen ist mir sehr wichtig, und alles, was wir besprechen, bleibt streng zwischen uns.

Begleitest du auch Familien und Paare gemeinsam?

Ja, ich begleite auch Familien und Paare gemeinsam. Trauer betrifft oft nicht nur eine Einzelperson, sondern das gesamte familiäre oder partnerschaftliche Umfeld. Durch meine systemische Ausbildung betrachte ich Menschen immer im Zusammenhang ihres Umfelds, als Teil eines größeren Ganzen.

Stell dir ein Mobile vor, wie es über Babybetten hängt: Sobald sich etwas verändert oder eine Figur in Bewegung kommt, bewegen sich alle anderen mit. Wenn eine Figur fehlt, gerät das Mobile aus dem Gleichgewicht und muss sich erst wieder neu anordnen.

Genauso ist es, wenn ein Mensch aus der Familie stirbt. In der gemeinsamen Begleitung darf jeder seinen neuen Platz finden, um wieder stabil und sicher ausgerichtet zu sein, während ihr euch als Familie neu orientiert. Wir schaffen einen Raum, in dem jeder seine Gefühle ausdrücken kann und wir zusammen Wege finden, wie ihr sowohl als Individuen, als auch als Einheit mit eurem Verlust umgeht und euch gegenseitig unterstützt.

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Mit Love & Loss kreiere ich Freie Zeremonien, die emotional fesseln und euch im Wesenskern erfassen & begleite euch durch herausfordernde Lebensumbrüche.

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